therapeutische Wegweiser

Bedenke immer, eine Beratung ersetzt keine professionelle Behandlung!
  • Der direkte Weg zum Psychotherapeuten > Wie beginne ich?

    • Eine andere Möglichkeit ist, sich die zukünftige Therapeutin oder Therapeuten direkt auszusuchen. Bevor Sie aber zum Telefonbuch greifen, um einen Therapeuten anzurufen, sollten Sie sich zuerst einige Gedanken zur Therapiemethode machen. Ausgehend von Ihren Anforderungen, Wünschen und Zielvorstellungen an die Therapie sollten Sie sich für eine Methode der drei Hauptgruppen entscheiden, so können Sie viel genauer nach Anbieter dieser Methode suchen und ersparen sich Anrufe oder Erstgespräche mit Therapeuten, die nicht nach der Methode Ihrer Wahl arbeiten.

  • Der Start > Wie beginne ich?

    • Der Weg, eine Psychotherapie zu beginnen, kann sehr unterschiedlich aussehen. Egal welchen Weg Sie wählen: Sie sollten eine therapeutische Hilfestellung immer aus freien Stücken und mit Hoffnung auf Verbesserung ihrer Lebenssituation durchführen. Lassen Sie sich nicht von jemanden zu einer Psychotherapie überreden. Machen Sie also keine Therapie, nur weil ein Familienmitglied oder ihr Chef mein, das würde Ihnen gut tun. Psychotherapie kann nur wirken, wenn Sie selbst davon überzeugt sind, dass dies das Mittel ihrer Wahl ist.

  • Der Weg zum Arzt > Wie beginne ich?

    • Ein Weg, eine Psychotherapie zu beginnen ist der über die ärztliche Begleitung. Das heißt, Sie gehen zu einen Psychiater, Neurologe, Arzt für Psychotherapie oder Ihrem Hausarzt und besprechen Ihr Vorhaben. Wenn dieser dieser Artzt eine therapeutische Ausbildung zusätzlich zu seiner medizinischen absolviert hat, kann er eventuell selbst die Therapie übernehmen oder Sie an einen anderen Kollegen/eine Kollegin überweisen. Bei Bedarf kann er auch die medikamentöse Betretung übernehmen.

  • Gibt es auch ein Ende der Therapie? > Wie beginne ich?

    • Psychotherapie ist eine Hilfestellung, die zeitlich begrenzt ist, denn Psychotherapie ist nur Hilfe zur Selbsthilfe und - zum Glück - kein Ersatz für das reale Leben. Wenn Sie also der Meinung sind, dass Ihre Lebenssituation so verändert hat, dass diese Unterstützung nicht mehr benötigen, dann können Sie ohne weiteres die Therapie beenden. Sie müssen die von der Krankenkasse bewilligten Stunden nicht > absitzen <. Gehen Sie zu diesem Zeitpunkt und auf die Art und Weise, wie es für Sie stimmt - am besten natürlich mit Übereinstimmung und mit Rücksprache des Therapeuten bzw. der Therapeutin.

  • Kann ich auch ohne Vorkenntnisse eine Therapiemethode wählen? > Wie beginne ich?

    • Auch wenn Sie keine fachliche Ausbildung im therapeutischen Bereich haben, Können Sie, ausgehend von ihren Wünschen und Ansprüche an die Therapie, die Methode eingrenzen. In den ersten Gesprächen mit dem Therapeuten, den sogenannten Probesitzungen, ist die beste Gelegenheit, diesen Fachmann zu fragen, welche Methode er Ihnen empfehlen würde. Noch wichtiger ist die Frage bzw. die Antwort auf die Frage, warum er Ihnen diese Methode empfiehlt.

      Kriterien für das eingrenzen der Therapiemethode sind u.a.:

      • Soll die Therapie über die Krankenkasse finanziert werden?

      √ Wenn "ja", dann kommen nur drei Methoden in Frage: Die Psychoanalyse, die Tiefenpsychologische Psychotherapie und die Verhaltenstherapie.

      • Wollen Sie sich in der Wahl der Methode durch die Enge des Psychotherapeutengesetz nicht einschränken lassen?

      √ Dann müssen Sie bereit sein, die Therapie im Notfall auch selbst zu finanzieren.

      • Wollen Sie in ihrer Therapie Hintergründe und Ursachen Ihrer Symptomatik verstehen lernen?

      √ Dann kommt wahrscheinlich eine Langzeittherapie ( Psychoanalyse, Tiefenpsychologische Psychotherapie oder Humanistische Psychotherapie) in Frage, denn dieser Prozess benötigt etwas Zeit.

      • Wollen Sie gezielt und leistungsorientiert an Ihrer Situation entsprechend einem klar abgrenzbaren Problem arbeiten?

      √ Dann kommt wahrscheinlich eine Verhaltenstherapie in Frage.

      • Wollen Sie in Ihrer Therapie nicht nur reden, sondern auch kreative Techniken wie z.B Rollenspiel, Malen, Musik einsetzen, Fantasiereichen oder Körperarbeit mitbenutzen?

      √ In diesem Fall kommt eine Methode der Humanistischen Gruppe in Frage: Gastalttherapie, Maltherapie, Körpertherapie uvm.

      • Wollen Sie in der Therapie Ihre Situation auch durch viele Tipps und Ratschläge verbessern?

      √ Dann kommt eventuell eine Gruppentherapie in Frage. Hier erhalten Sie u.a durch die Gruppenmitglieder Unterstürzung und Anregung für Ihre Situation.

      • Wollen Sie erst einmal in einigen Gesprächen schauen, ob überhaupt eine Therapie notwendig ist?

      √ Dann kommt eventuell eine Kurzzeittherapie in Frage, in die Ihnen allen Therapiemethoden angeboten wird.

  • Wie wähle ich >meine< Therapeutin oder >meinen< Therapeuten aus? > Wie beginne ich?

    • Das Gelingen einer Psychotherapie hängt maßgeblich von der zwischenmenschlichen Beziehung zwischen Ihnen und der Therapeutin oder dem Therapeuten ab. Absolut wichtig ist deshalb, dass Sie die Auswahl der Ihres therapeutischen Mitarbeiters selbst vornehmen. und nicht die Entscheidung der Zusammenarbeit allein dem Therapeuten überlassen. Bedenken Sie, dass in der Therapie über sich, Ihre Situation und Ihre Probleme reden,. Deshalb sollten Sie entscheiden, mit wem Sie dies tun möchten.


      Beginnen Sie die Vorauswahl durch Telefoninterviews. Führen Sie die 5- bis 10- Minütige Gespräche und machen Sie sich sowohl während als auch nach dem Gespräch Notizen. Schreiben Sie sich Fragen für das Telefonat auf, nicht nur damit Sie faktische Informationen vor Ihrer eventuell zu künftigen Therapeutin oder dem Therapeuten bekommen, sondern auch, damit Sie diese reden hören und mit ihnen ins Gespräch kommen.


      Denn nur dann können Sie sich ein Bild von ihr oder ihm machen, Notieren Sie ihr Gefühl während und nach dem Telefonat auf dem jeweiligen Zettel, den Sie für die betroffenen Therapeuten vorbereitet haben.


      Führen Sie mehrere Telefonate auf diese ausführliche Art und Weise, umso sorgfältiger, gewissenhafter und anspruchsvoller können Sie die Wahl Ihrer zukünftigen Therapeutin oder Therapeuten treffen.


      Aufgrund Ihrer Notizen können Sie gezielt ein Erstgespräch mit dem Therapeuten vereinbaren, der Ihnen als der Idealste erscheint. Lassen Sie sich bei der Auswahl des Therapeuten Zeit, überstürzen Sie keine Entscheidung.


      Haben Sie, vielleicht nicht aus voller Überzeugung, eine Psychotherapie angefangen, und ihr Gefühl sagt Ihnen nach mehreren Sitzungen einigermaßen deutlich, dass das jetzt jedoch nicht das Richtige ist, dann glauben Sie lieber Ihrem Gefühl und handeln Sie entsprechend. Lassen Sie sich gegebenenfalls überzeugen, aber niemals dazu überreden! Es ist wichtig, dass Sie Ihrem eigenen Gefühl vertrauen!


      √ Im Prinzip Gilt der Grundsatz: Trauen Sie ihrem eigenen Gefühl.


      Auch Empfehlungen hinsichtlich eines bestimmten Therapeuten oder einer Therapeutin sollten Sie äußerst kritisch behandeln und sich immer selbst ein eigenes Bild verschaffen, ob diese oder jener für Sie geeignet ist. Bedenken Sie, dass Sie andere Probleme haben als Ihr Bekannter, der Ihnen die Adresse einer Therapeutin gegeben hat mit der Bemerkung > die hat mir unglaublich gut getan, die ist ganz toll. < Und auch Ihr Hausartzt, der Ihnen einen Therapeuten empfiehlt, kennt diesen vielleicht nur als Kollegen oder durch Visitenkarte, die er erhalten hat.


      √ machen Sie ihr eigenes Bild von der Kompetenz des Therapeuten Ihrer Wahl.

  • Wo finde ich Adressen? > Wie beginne ich?

    • Bei der Suche nach Adressen von Psychotherapeuten gibt es mehrere Anlaufstellen, z.B:

      • die Kassenärztliche Vereinigung in ihrer Region.
      • Ihre Krankenkasse
      • Psychosoziale Beratungsstellen
      • Psychotherapeutische Berufsverbände z.B: BDP
      • Ausbildungsinstitute
      • das Internet
      • Bekannte, die schon Therapie oder Beratung gemacht haben

      Eine weitere Möglichkeit, Adressen von Psychotherapeuten zu finden, bietet das Telefonbuch. Zwar sind die Therapeuten dort unterteilt nach verschiedene Berufsbezeichnungen, allerdings weiß der Laie oft mit den einzelnen Kategorien nichts anzufangen, da sie nicht erläutert sind. Darüber hinaus ist in der Regel nicht zu erkennen, welcher Therapeut über diese Kasse abrechnen kann und welcher nicht.